Handel / MwSt

Steuerfragen und steuerliche Aspekte. Was will das Finanzamt? Alles über Buchführung, Steuerberater und Steuererklärung.
Antworten
Rubo32
Beiträge: 1
Registriert: 29.08.2019, 17:56

Handel / MwSt

Beitrag von Rubo32 » 29.08.2019, 18:05

Hallo zusammen,

ich habe hier eine Anfängerfrage:
Ich würde gerne einen Onlinehandel betreiben. Dafür würde ich gerne als Kleinunternehmer gemäß § 19 UStG anfangen.
Jetzt kaufe ich bei Großhändler die Ware mit MwSt ein und weise beim Verkauf auf der Rechnung an meine Kunden den VK inkl MwSt als eine Summe aus.
Nun meine Frage:
Bekomme ich denn vom Finanzamt die MwSt wieder zurück?
Und wie ist bei Hersteller oder Großhändler aus dem Ausland wenn die mir keine MwSt berechnen?

Sorry wenn die Fragen wirklich so Basic sind - will einfach nur Sicherheit

Danke!!

EmilieKi
Beiträge: 17
Registriert: 08.05.2019, 10:46

Re: Handel / MwSt

Beitrag von EmilieKi » 25.09.2019, 15:07

Hallo Rubo,

so grundlegende Fragen stellt sich so gut wie jeder zu Beginn der Selbstständigkeit, also hab bloß keine Scheu! Außerdem ist dieses Thema gar nicht so simpel, wie Du vielleicht denkst. :wink:

Zunächst mal zu den Waren, die Du von Großhändlern kaufst: Die darauf berechnete MwSt musst Du bezahlen und kannst sie nicht als Vorsteuer vom Finanzamt (FA) zurückfordern.

Wenn Du diese Ware weiterverkaufst, entscheidest Du, welchen Preis Du dafür berechnest. Du darfst dabei keine MwSt ausweisen (auch wenn Du, um Deine eigenen Ausgaben abzudecken, die ursprüngliche MwSt miteinberechnest hast). Du führst hier nämlich auch keine MwSt ans FA ab. Ganz wichtig: Vergiss nicht, auf der Rechnung anzugeben, dass diese auf der Kleinunternehmerregelung basiert!

Kaufst Du Ware von einem Großhändler in einem sog. Drittland (also nicht in der EU), wird der Lieferant MwSt ausweisen, die Du auch ganz normal zahlen musst und nicht per Vorsteuerabzug vom FA zurückfordern kannst.

Nun zum komplizierten Fall: Du kaufst Ware von einem innergemeinschaftlichen Großhändler (also im EU-Ausland). Hier gibt es zwei Szenarien:

1. Du gibst dem Lieferanten Bescheid, dass Du Kleinunternehmer bist und er stellt die Rechnung mit MwSt aus. Dann ist es wie gewohnt: Du zahlst die MwSt, kannst keinen Vorsteuerabzug machen und darfst beim Weiterverkauf selbst keine MwSt ausweisen. Vorsicht: Solltest Du bei Deinen innergemeinschaftlichen Erwerben im laufenden Kalenderjahr die Erwerbsschwelle von 12.500 € überschreiten, musst Du ab dann USt ans FA abführen.

2. Der Lieferant stellt die Rechnung an Dich ohne MwSt aus. Dann liegt die Steuerschuld bei Dir. Du musst USt berechnen und per Umsatzsteuervoranmeldung ans FA abführen. Das macht Dir also zusätzliche Arbeit und am besten vermeidest Du dieses Szenario.

Sorry, das war jetzt ziemlich lang, aber ich hoffe, ich konnte weiterhelfen. Wir haben in unserer Gründerlounge übrigens einen Artikel zum Rechnung schreiben als Kleinunternehmer. Vielleicht hilft Dir das bei Deiner ersten Rechnung. :)

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem Abenteuer! :)

Viele Grüße
Emilie
(von Debitoor)

BWL kompakt - die Assistenz als Wirtschaftsprofii
Antworten

Zurück zu „Steuern, Finanzamt, Buchhaltung“