Kleinunternehmer - oder nicht - Steuerberaterprobleme

Steuerfragen und steuerliche Aspekte. Was will das Finanzamt? Alles über Buchführung, Steuerberater und Steuererklärung.
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dezemberwolf
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Kleinunternehmer - oder nicht - Steuerberaterprobleme

Beitrag von dezemberwolf » 14.04.2017, 11:31

Hallo ihr,

ich bin neu hier, habe aber ein gewaltiges Problem:

Meine Situation:

Bis November 2016 hatte ich einen Hauptberuf, daneben meinen Onlineshop, den ich als Kleinunternehmer laufen habe (bis heute. Seit November 2016 bin ich arbeitslos. Da ich den Shop schon seit 2014 habe, darf ich mehr als die üblichen 165 EUR nebenbei verdienen).

Ich bewege mich bei etwa 6000,- EUR Umsatz im Jahr mit 1200 EUR Gewinn.

2015 habe ich meine Steuererklärung für 2014 gemacht und, weil ich keine Ahnung davon habe, alles relevante in einer Kiste meinem Steuerberater gegeben. Die sollten a) meine Einkommenssteuer für den Hauptjob und b) die EÜR für Kleinunternehmer machen.

Ich hab einen Steuerbescheid bekommen, ich musste Umsatzsteuer bezahlen, argumentiert wurde das damit, dass das halt so ist. Ich hab vieles nicht verstanden, habe den Kleinunternehmer mehrmals erwähnt, aber der Steuerberater meinte, so ist das alles okay.

Jetzt hab ich meine Steuererklärung für 2015 bekommen, diesmal hatte ich alles gut vorbereitet meinem Steuerberater gegeben und festgestellt: Ich zahle wieder Umsatzsteuer. Auf die Nachfrage bei meinem Steuerberater und beim FA wurde mir mitgeteilt, dass ich gar kein Kleinunternehmer bin. Auf die Frage, warum nicht, erklärte mir mein Steuerberater, dass das gar keinen Sinn macht, weil mir ja dann die Vorsteuer flöten geht. Das ist natürlich richtig, allerdings zahle ich jetzt viel mehr Umsatzsteuer, als ich Vorsteuer zurückkriege.
Heißt: Mein Steuerberater kann mit der Thematik "Kleinunternehmer" nicht viel anfangen und hat mich daher beim FA als regelbesteuerter Unternehmer angemeldet. Ich hab 2014 dooferweise alles unterschrieben, weil ich Vertrauen in den Steuerberater hatte (meine Eltern haben den für Ihr Geschäft seit 25 Jahren).

Nun ist folgendes Problem:

a) ich bin kein Kleinunternehmer
b) ich hab nie Mwst. ausgewiesen.
c) Ich hab allerdings auch nie Post vom FA bekommen, um Vorsteuer anzumelden (der Steuerbescheid 2014 ist ja nun schon über ein Jahr hin)
d) Ich hab den Shop bis jetzt als Kleinunternehmen deklariert (seit 2014 bis heute), inklusive des entsprechenden Hinweises auf den Rechnungen.

Was mich stutzig macht, ist, dass ich 2014 zwar Umsatzsteuer gezahlt hab (eigentlich ein Indiz dafür, dass mich das FA nicht als Kleinunternehmer einstuft), ich allerdings nie Vorsteuer bezahlen musste, und dass das Finanzamt sich nie in dieser Angelegenheit bei mir gemelde hat.
Und ich beim Steuerberater für 2015 keine meiner geschriebenen Rechnungen einreichen musste, sondern nur eine Excel-Tabelle über das, was ich eingenommen habe. Außerdem meine Kontoauszüge, meine paypal-Auszüge allerdings haben sie außer Acht gelassen. Das würde bedeuten, dass 90% meine Einnahmen nicht nachgewiesen werden können.

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass ich Kleinunternehmer bin und das alles gar nicht einreichen muss.

Das zweite ist, dass mein Steuerberater eine Rechnung von 430,-EUR stellt. Ist das rechtens? Eine Kollegin von mir, die im selben Job arbeitet, kommt auf Steuerberatungskosten für sich und ihren Mann plus 2x Nebengewerbe auf 130,- EUR, laut ihrer Aussage.

Wer kann mir helfen?
- Ich will (wieder) als Kleinunternehmer tätig sein - alles andere lohnt sich nicht.
- Was muss ich wann vom Finanzamt noch erwarten?
- Sind die Kosten für den Steuerberater gerechtfertigt?

Danke für eure Hilfe.

Mike

Isabella
Beiträge: 4
Registriert: 01.01.2017, 09:57

Re: Kleinunternehmer - oder nicht - Steuerberaterprobleme

Beitrag von Isabella » 05.05.2017, 12:29

Hallo Mike,
ich habe es jetzt nur einmal im Schnelldurchlauf gelesen. Das kommt mir alles etwas komisch vor. du haftest für Deine Steuer, egal was der Steuerberater macht! Am Besten du wendest dich mit dem ganzen Zeugs, auch die früheren Jahre an einen Rechtsanwalt mit Steuerrecht und lässt es prüfen. Solltest du in ein paar Jahren warum auch immer eine Steuerprüfung bekommen dann hast du das Problem das der Steuerprüfer einige Dinge so wie es angegeben ist, nicht gelten lässt und du dann richtig ärger bekommst. Also über 400 Euro für eine Ausgaben-Einnahmen Rechnung deinerseits an den Steuerberater ist viel Geld. Da könntest du die Tabelle gleich ans Finanzamt schicken. Apropo! Das Finanzamt ist verpflichtet dir bei der Steuer zu helfen, ruf doch da mal an oder noch besser schriftlich. Auch in Zukunft was das Finanzamt und den Steuerberater betrifft für Beweis Sicherung alles schriftlich. Ich weiss von was ich Rede.
Natürlich musst du deine Belege Sammeln auch Paypal Kontoauszüge musst du bei der Steuer angeben. was der Steuerberater nicht bekommt kann er beim Finanzamt auch nicht melden. du bist dafür zuständig das dem Steuerberater alles vor liegt wenn möglich als Nachweis.
LG Isabella

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