UG-Finanzfrage nach Chaos durch Steuerberater

Steuerfragen und steuerliche Aspekte. Was will das Finanzamt? Alles über Buchführung, Steuerberater und Steuererklärung.
Antworten
WernerD
Beiträge: 1
Registriert: 06.10.2020, 11:59

UG-Finanzfrage nach Chaos durch Steuerberater

Beitrag von WernerD » 06.10.2020, 12:25

Hallo werte Gemeinde,

ich habe vor 4 Jahren gemeinsam mit meinem Geschäftspartner eine UG gegründet.
Nach vielen chaotischen und extem ärgerlichen Monaten (Ordnungsgelder vom Finanzamt, Bußgeldverfahren vor Gericht... :evil: ) haben wir uns endlich von unserem uns ursprünglich vertretenden Steuerberater trennen können und stehen nun vor einer Finanzfrage, für die ich Rat bräuchte:

UG-typisch haben wir mit geringem Stammkapital gegründet (500€).
Größere Positionen wie z.B. die jährliche Steuerberaterrechnung für die Bilanzierung von knapp 1.800€ haben wir stets einfach in Form einer zusätzlichen Privateinlage aufs Konto gedeckt - hier gibt es allerdings keine Darlehensverträge o.Ä.
Wir sind auch nie darüber aufgeklärt worden, dass Privateinlagen und -auszahlungen hier anders funktionieren als bei Einzelunternehmungen (ja, auch Selbstschuld: man hätte sich mehr informieren können).

Das Geschäft läuft mittlerweile zum Glück stabil, wir schreiben dieses Jahr schwarze Zahlen und können alle laufenden Kosten bedienen, auch haben wir bereits Aufträge fürs nächste Jahr.
Die UG hat allerdings und ausschließlich eine Restschuld uns gegenüber durch die Privateinlagen, die wir über die Jahre getätigt haben, alles andere ist bezahlt.

Da wir zu diesem oder spätestens nächsten Jahr einen Überschuss erwarten, kam das Thema Ausschüttung auf die Tagesordnung.
Wie ich nun (vermeintlich) lernen durfte, ist dies ja bei einer UG nicht so einfach - wir hatten an eine Tantiemenzahlung als Lösung gedacht.
Nun lese ich, dass dies erst möglich ist, sobald der Verlustvortrag ausgeglichen ist.

Frage:
Gibt es eine Möglichkeit, den Verlustvortrag, der ja rein aus Verbindlichkeiten mir und meinem Partner gegenüber besteht, zu eliminieren - z.B. quasi einen "Schuldenschnitt" zu machen und die UG damit vom Verlustvortrag auf 0 zu setzen, um ab nächstem Jahr (oder diesem?) Ausschüttungen zu ermöglichen??
Ich hatte es bisher so verstanden, dass wir uns erst (max. 75%) ausschütten können, sobald der Verlustvortrag vom Tisch ist - stimmt das?
Mein Partner und ich wären bereit, auf die Verbindlichkeiten zu verzichten und das Geld als "abgeschrieben" zu betrachten.
Wichtiger wäre uns zukünftige Liquidität.

Pharus
Beiträge: 42
Registriert: 08.08.2020, 09:28
Wohnort: Erlangen

Re: UG-Finanzfrage nach Chaos durch Steuerberater

Beitrag von Pharus » 10.10.2020, 08:15

Hallo WernerD,

klar kann man auf eigene Verbindlichkeiten verzichten. Ausschüttungen dürfen nicht über 75% des Gewinns gehen, mit den restlichen 25% wird es bis 25.000 Stammkapital aufgefüllt.

Macht am besten einen Geschäftsführervertrag, so habt ihr ein regelmäßiges Einkommen und der verbleibende Gewinn ist dann eine schöne Ergänzung am ende des Jahres.

Beste Grüße
Pharus

Antworten

Zurück zu „Steuern, Finanzamt, Buchhaltung“