Vorgründungskosten zeitliche Befristung?

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Tulpenzwiebel
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Vorgründungskosten zeitliche Befristung?

Beitrag von Tulpenzwiebel » 16.04.2016, 08:34

Gibt es eine zeitliche Befristung für Vorgründungskosten? Bin derzeit noch in Festanstellung und möchte mein Produkt ersteinmal bei potentiellen Kunden anpreisen und erst dann gründen, wenn ich ein positives Feedback der Prospects erhalte. Ich rechne mit einem zeitlichen Vorlauf von gut sechs Monaten, bis Kunden tatsächlich "zusagen". Die Rechnungen für Broschüre etc. werden ja ersteinmal auf mich privat ausgestellt. Gibt es diesbezüglich eine zeitliche Befristung?

riese
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Re: Vorgründungskosten zeitliche Befristung?

Beitrag von riese » 21.04.2016, 09:44

Bis zum Notartermin fungierst Du als Einzelunternehmer (natürlich ist das Gewerbe anzumelden und später auf die GmbH umzumelden). Vorsteuer ziehen kann nur derjenige, der als Adressat auf der Rechnung steht.

Gruß
Rainer

Tulpenzwiebel
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Re: Vorgründungskosten zeitliche Befristung?

Beitrag von Tulpenzwiebel » 21.04.2016, 19:36

Danke für den guten Vorschlag. Echt genial! Danke.

Jaquemot
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Re: Vorgründungskosten zeitliche Befristung?

Beitrag von Jaquemot » 22.04.2016, 11:37

Die GmbH-Idee ist zu aufwändig, wenn ohnehin eine Einzelunternehmung geplant sein sollte. Dieses Einzelunternehmen könnte für den Vorsteuerabzug heute schon im Nebengewerbe angemeldet werden und wird dann nach erfolgter Markteinführung im Vollgewerbe weitergeführt. Ansonsten wird es halt wieder abgemeldet.

uvis-beratung
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Re: Vorgründungskosten zeitliche Befristung?

Beitrag von uvis-beratung » 27.04.2016, 13:25

@tulpenzwiebel...

.... direkte Antwort : Nein es gibt keine zeitliche Befristung.

Die entstandenen Aufwendungen sollten in einem zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit dem Gründungsvorhaben stehen und können auf dem Buchungsbeleg, falls notwendig durch erklärenden Anhang ergänzt werden. So kenne ich Aufwendungen, wie z.B. Messebesuche, die bis zu 12 Monate vor der Gründung lagen und verwendet werden können. Schließlich fallen ja nicht nur einzelne Vorlaufkosten an, sondern unterschiedliche, die in der Gesammtheit den Gründungswillen auch dokumentieren können.

MfG Jürgen Arnold
- www.uvis.de

riese
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Re: Vorgründungskosten zeitliche Befristung?

Beitrag von riese » 22.05.2016, 21:04

Hallo Tulpenzwiebel,

für Einzelunternehmer gibt es weder eine Trennung zwischen Haupt- und Nebengewerbe noch eine direkte Pflicht zur Gewerbeabmeldung.

Du meldest das Gewerbe an, bevor Du den ersten Handschlag tust. Damit bist Du Gewerbetreibender und vorsteuerabzugsberechtigt. Ob Du das Hundertfache aus nichtselbständiger Arbeit hinzuverdienst, ist ohne Belang (außer für die SV).

Es schnüffelt auch niemand bei Dir herum, ob Du ein nicht abgemeldetes Gewerbe auch tatsächlich noch ausübst oder ob es den Dornröschenschlaf schläft.

Gruß
Rainer

Tulpenzwiebel
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Re: Vorgründungskosten zeitliche Befristung?

Beitrag von Tulpenzwiebel » 22.05.2016, 22:23

riese hat geschrieben:...Es schnüffelt auch niemand bei Dir herum, ob Du ein nicht abgemeldetes Gewerbe auch tatsächlich noch ausübst oder ob es den Dornröschenschlaf schläft.
Ich erinnere mich, irgendwo mal gehört zu haben, dass bei einer Gewerbeanmeldung Mitteilungen an die SV-Träger übermittelt werden. Es wäre unangenehm, wenn die Krankenkasse zur Klärung der Beiträge beim Arbeitgeber anruft.... :shock:

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