Geschäftsführer Gehalt

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drunk1979
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Geschäftsführer Gehalt

Beitrag von drunk1979 » 06.02.2009, 15:45

Hallo Zusammen,

ich stehe gerade vor folgender Frage/Problem:

Das Gehalt des Geschäftsführers wird ja voll als Ausgabe verbucht, und dafür fallen keine Körperschaft und Gewerbesteuern an.

D.h. wenn dieses Gehalt ähnlich hoch wie der monatliche Gewinn wäre, dann würde ja nur die übliche Einkommenssteuer bezahlt.

Ich würde gerne von meinem Einzelunternehmen mit sehr wenig Umsatz auf eine UG oder GmbH umsteigen, möchte dadurch aber nach Möglichkeiten keine Steuernachteile haben.

Nehmen wir an, mein Einzelunternehmen macht derzeit zwischen 0 EUR (schlechte Monate) und 1000 EUR (gute Monate) Gewinn.

Wenn ich mir hierbei ein Gehalt von 1000.- EUR monatlich genehmige, und 3 schlechte Monate kommen, dann ist die UG ja insolvent.
Genehmige ich mir dagegen nur 300.- EUR monatlich, so wird der in der UG verbleibende Gewinn bei einer Ausschüttung ja nochmals zur Hälfte zusätzlich besteuert und ich hätte Steuernachteile.

Ist es daher möglich, das Gehalt jeden Monat je nach Gewinn variabel zu gestalten ?
Die "Angemessenheitsregel" wird dadurch ja nicht verletzt, da das Gehalt weit unter dem Branchenüblichen Gehalt ist.

Bzw. kann ich das "Jahresgehalt" nach einem Jahr mitteln, und dieses dann ähnlich hoh ausfallen lassen wie der Jahresgewinn ?

garbs
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Re: Geschäftsführer Gehalt

Beitrag von garbs » 18.02.2009, 13:34

Servus drunk1979, alle Achtung: bei einem monatlichen Gewinn von 0 bis 1000 machst du dir Gedanken über steuerliche Gestaltung? Mal ehrlich - wenn ich das auf ein Jahr hochrechne und vom Mittelwert ausgehe - dann zahlst du als Einzelfirma gar keine Ertragssteuern! Und mal abgesehen von dem deutlich höheren Aufwand für Bilanzierung, Veröffentlichung usw., der Mehraufwand für Lohnbuchhaltung und zusätzliche Kosten für den ganzen Kram....

Falls du Geld übrig hast, was du dem Fiskus nicht unbedingt in den Rachen werfen willst, kann ich dir gerne meine Kontonummer zukommen lassen. Da kannst du mir alles überweisen, was du für solche Sparifanckerln übrig hast. Natürlich bekommst du dann auch eine ordentliche Rechnung von mir, für den Steuerabzug :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: du weißt schon....

Spaß beiseite:
Natürlich kann es Gründe haben, von Einzelfirma auf UG oder GmbH umzusteigen. Auch bei einem Geschäft mit kleinen Umsätzen, wie du schreibst. Aber: ganz sicher nicht aus steuerlichen Gründen. Falls deine Gründe anderswo zu suchen sind, würde ich mir die Gegenrechnung aufstellen, was mich das monatlich/ jährlich mehr kostet. Und dann würde ich mich entscheiden, ob mir der Mehraufwand auch das erwünschte "Mehr" bringt. Pfüati....garbs

drunk1979
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Re: Geschäftsführer Gehalt

Beitrag von drunk1979 » 26.02.2009, 14:15

0-1000 EUR sind doch nur ein Beispiel zur Vereinfachung der Rechnung. Ein klein wenig mehr ist es durchaus ;-)
Des weiteren geht es mir vornehmluich um die Haftungsbeschränkung.

Meine Frage hat leider noch immer niemand beantwortet...

mgb-consulting

Re: Geschäftsführer Gehalt

Beitrag von mgb-consulting » 28.02.2009, 20:03

Hallo ...

dann beantworte ich die Frage halt.

Die laufende Rechtsprechung sieht vor, dass Vergütungsvereinbarungen mit beherrschenden Gesellschaftern vor Beginn eines Wirtschaftsjahres getroffen werden müssen, ein monatlicher Wechsel der Höhe des Gehaltes scheidet somit aus.

Grundsätzlich bestünde natürlich die Möglichkeit, sich ein Jahr anzuschauen und dann ein gemitteltes Gehalt festzulegen, oder ein zu hohes Gehalt festzulegen und die Auszahlung dann durch eine Stundungsvereinbarung zu schieben.

MfG
MGB-Consulting

CP1
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Re: Geschäftsführer Gehalt

Beitrag von CP1 » 06.05.2009, 11:41

Hallo,

ich verzweifle ebenfalls an dieser Fragestellung.

Soweit ich weiß, kann zwar ein variabler Erfolgsanteil (Tantieme gewinnabhängig) für das GF- Gehalt vereinbart werden, dieser darf jedoch 25% nicht überschreiten. Das heisst bei jungen wachsenden Unternehmen, kann ich kein eigentlich marktübliches Gehalt ansetzen, da die Umsatzerlöse erst noch zunehmen müssen und in den ersten Jahren nicht ausreichend wären um zumindest ein schwarze Null zu erwirtschaften. Ich kann aber auch kein darunterliegendes Gehalt ansetzen, dass dann mit den Umsatzerlösen steigt. Ein Variabler Gehaltsbestandteil über 25% und jedes Jahr an die Umsatzentwicklung des Vorjahres angepasste Gehälter wären verdeckte Gewinnausschüttung.

Wird das Gehalt von Anfang an einfach marktüblich- und damit für das noch wachsende Unternehmen zu hoch- angesetzt, kommt schnell eine Überschuldung zustande. Diese könnte natürlich durch Gesellschafterdarlehen aufgefangen werden. Steuerlich wäre es jedoch ein Nachteil, da ich auf mein Gehalt, dass ich ja nur teilweise ausgezahlt bekomme, voll Einkommenssteuer zahlen muss.

Wie wird also in der Praxis verfahren? Über Antworten würde ich mich freuen. Danke!

Gruß, CP1

CP1
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Re: Geschäftsführer Gehalt

Beitrag von CP1 » 07.07.2009, 11:53

hat hier keiner eine Idee?

Jaquemot
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Re: Geschäftsführer Gehalt

Beitrag von Jaquemot » 07.07.2009, 20:06

Offensichtlich sind hier einfach zu wenig Steuerberater vertreten. :D
Denn an so einen würde ich die Details dieser Frage richten. Die generelle Verfahrensweise ist ja hier schon eingehend erläutert und offenbar auch verstanden worden.
Was mir dann noch auffällt: Sie denken den letzten Gedanken nicht zu Ende. Bei zu hohem Gehalt und Stundung müssen Sie tatsächlich das hohe Gehalt der Einkommensteuer unterwerfen. Dafür aber haben Sie einen Herausgabeanspruch aus Darlehen an Ihre Gesellschaft, somit also einen buchhalterischen Vermögenszuwachs (und auch der ist tatsächlich). Sollte das Unternehmen in der Zukunft über verbesserte Liquidität aufgrund zunehmenden Erfolges verfügen, ist einer Auszahlung der gestundeten Beträge immer möglich, insofern führt die Stundung nur zu einer zeitlichen Verzögerung.

CP1
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Re: Geschäftsführer Gehalt

Beitrag von CP1 » 08.07.2009, 07:56

Hallo,

Danke erst einmal für die Antwort!
Was mir dann noch auffällt: Sie denken den letzten Gedanken nicht zu Ende. Bei zu hohem Gehalt und Stundung müssen Sie tatsächlich das hohe Gehalt der Einkommensteuer unterwerfen. Dafür aber haben Sie einen Herausgabeanspruch aus Darlehen an Ihre Gesellschaft, somit also einen buchhalterischen Vermögenszuwachs (und auch der ist tatsächlich). Sollte das Unternehmen in der Zukunft über verbesserte Liquidität aufgrund zunehmenden Erfolges verfügen, ist einer Auszahlung der gestundeten Beträge immer möglich, insofern führt die Stundung nur zu einer zeitlichen Verzögerung.
Das ist grundsätzlich richtig. Nur muss ich das Risiko des Ausfalls meiner Forderung gegenüber der GmbH in einen jungen Unternehmen besonders bewerten. D.h. es könnte sein, dass meine Forderung wertlos wird und ich für ein eigentlich nicht wirklich erhaltenes Gehalt Einkommnessteuer gezahlt habe. Oder könnte ich den Verlust der Forderung einkommnessteuerrechtlich geltend machen? Zumindest wäre da noch der Umstand evtl. fallender Steuersätze zu beachten.

Eigentlich sollte es doch möglich sein, dass das Gehalt bis zum marktüblichen Niveau an die Ertragslage des Unternehmens gekoppelt werden kann. Dann wäre doch eigentlich das Problem gelöst und aus Sicht des Finanzamtes wahrscheinlich auch einfacher. Vielleicht ist es auch so - es rückt nur keiner mit der Information raus. :?

Naja ein Steuerberater könnte wahrscheinlich helfen. Nur möchte ich ungern für eine eigentlich einfache und viele Gründer betreffende Frage gleich wieder 1.000 EUR ausgeben.

Gruß, CP1

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