Start-up: erste Kosten einschätzen?

Alles über Online Gründungen, Web-Startups und Internetportale. Was haltet Ihr von ..? Wie werde ich erfolgreich? Wie geht es weiter?
Antworten
pandam
Beiträge: 6
Registriert: 02.06.2014, 15:37

Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von pandam » 02.06.2014, 16:38

Hi,
ich bin auf der Suche nach Tipps um Anfangskosten einzuschätze bzw. zu bewerten.

Wir sind ein Team von mehreren Studenten, die noch an eine Prototypen für das zukünftige Produkt/Diensteistung arbeiten. In den nächsten Monaten wollen wir die Geschäftsidee zusammen mit einem Business Plan einigen Leuten und Investoren vorstellen.

Zur Zeit zerbreche ich mir den Kopf mit dem Gedanken "was brauchen wir am Anfang?"

Hier mal meine Liste mir Dingen mit jährlichen Kosten die wir benötigen, aus dem Bauch heraus (Korrektur ist erwünscht):

- Büro ... 10.000 €
- Nebenkosten dazu ... 1.000 €
- Mitarbeiter ... 30.000 € /p.Person (am Anfang könnten es auch 20.000 € sein)
- Anwalt/Unternehmensberatung ... ???

Dann kommen noch die einmaligen fixen Kosten (die man mit der Zeit Abschreiben kann?):

- Arbeits Laptops/PC's ... 5.000 €
- Arbeitstische/Stühle ... 5.000 €
- Bürokleinkramm ... 2.000 €
- Küchenaustattung ... 2.000 €

Wie gesagt die Zahlen sind aus der Luft gegriffen und benötigen noch eine Berichtigung. Ausserdem fehlen da bestimmt noch viele Sachen.

edit: MA Kosten von 60k auf 30k angepasst

sungsam
Beiträge: 98
Registriert: 23.04.2012, 21:55

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von sungsam » 04.06.2014, 00:08

verschätzt euch mal nicht mit den Kosten.
Macht euch eine Liste in Excel mit variablen Kosten und fixen kosten.
Seid ehrlich zu euc, 30 t€ pro Jahr wollt ihr verdienen? Was bleibt da nach Abug übrig?

pandam
Beiträge: 6
Registriert: 02.06.2014, 15:37

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von pandam » 04.06.2014, 10:57

Es ist ja bekannt, dass man am Anfang eines Start-up sich das Leben eines Königs nicht leisten kann. Daran wollen wir uns halten.

Überstunden - ok
Niedrige Bezahlung - ok
Kritik einstecken - ok

Es sollte ja die Kosteneinschätzung für das erste Jahr sein. Darauf können wir uns dann überlegen ob's bisschen mehr sein darf.

Da muss ich wohl jede Stelle nach und nach im Internet untersuchen und städig im Kopf simulieren, wie so ein Tagesablauf in einem Start-up ablaufen kann und was dafür alles benötigt wird.

Gibt es denn irgendwelche Vergünstigungen am Anfang?
(Gesponsorte Laptops oder sowas)

YUHIRO.DE
Beiträge: 17
Registriert: 31.08.2013, 12:35

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von YUHIRO.DE » 12.06.2014, 11:12

Hi,

Hier mein Input.

Das Zauberwort heisst Bootstrapping. Das benutzen Investoren anscheinend gerne :)

Also alles was nicht unbedingt dem Geschäftszweck dient, sollte man so gut wie möglich "Weg-Planen". Denn Kosten berechnen wie ein Weltmeister kann jeder. Die Kosten gering zu halten...das ist die Kunst :P

Ansonsten brauchts natürlich ne Website ... die bekommt Ihr von yuhiro.de (Vorsicht Eigenwerbung).

Ich würde mir den Plan bei einem Business Plan Wettbewerb nochmal prüfen lassen und eventuell wird sich auch eine Person, welche bereits als Investor auftritt, sich die Unterlagen anschauen. So dass, wenn Ihr dann pitched, nicht über simple Fehler stolpert. Der Plan sieht schon mal vielversprechend aus (dadurch das nicht jeder so gross denkt, habt Ihr etwas weniger Konkurrenz)

Viel Erfolg.

Freundliche Grüsse
YUHIRO.DE

MyBusinessGmbH
Beiträge: 66
Registriert: 09.06.2014, 19:06

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von MyBusinessGmbH » 12.06.2014, 11:33

Vielleicht hier auch mal hineinschauen: exist.de/exist-gruenderstipendium/index.php

In den Bürokosten sind Strom etc bereits inkludiert? Ich würde an eurer Stelle einen Businessplan aufsetzen, da wird man sich auch über die Kosten schnell klarer. Wie viel Mitarbeiter seid ihr denn? Welche Stadt, welche Lage, welche Größe? Kann sein, dass ihr hier bereits bei den Kosten zu viel oder zu wenig einplant. Ist ja nicht nur für Investoren sondern dient euch ebenso als Orientierung. Da ich euer Projekt nicht kenne, ist der Punkt Marketing natürlich schwer zu beurteilen. So oder so fehlt der Punkt in deiner Auflistung, das ist essentiell, sowohl einmalig ein größerer Betrag als auch revolvierend.

Sucht euch einen guten Steuerberater.

pandam
Beiträge: 6
Registriert: 02.06.2014, 15:37

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von pandam » 12.06.2014, 17:05

Danke für die Tipps :)

Zu unserem Vorhaben:
Es wird eine B2B Zeitmanagement und Zeitoptimierungs-Dienstleistung (SaaS) sein. Wir haben es auf die kleinen Unternehmen abgesehen. Durch die ersten Tester wollen wir jede Menge Feedback erhalten, um so ein möglichst auf Kundenwünsche zugeschnittenes Produkt/Dienstleitung zu erstellen und somit unsere Erfolgschancen steigern. Es wird aber auch eine kostenlose Version für den privaten Gebrauch geben.

Das Team besteht aus 5 Leuten (überwiegend Programmierer) aber es sollten später mehr werden, vor allem im Sales-Bereich. Wahrscheinlich wird es auch ein Partnerprogramm (Affiliate) geben - ganz fleißige werden großzügig durch die Provision belohnt.

Als Marketing setzen wir erst mal auf übliche Methoden wie eigene Webseite und soziale Medien. Bald sollte auch Audio-Visuelles-Material hinzukommen, um die Geschäftsidee und Vorteile für den Kunden besser erklären zu können. Die ersten Kosten sollten da nicht all zu Hoch ausfallen. Hauptsächlich werden damit die Freelancer Designer und sonstige Dienstleistungen bezahlt.

Die Zahlen aus dem ersten Post waren nur erste Überlegungen. Nach neuster Schätzung sollten die Investitionskosten ca. 350k € für das erste Jahr betragen und dann ca. 250k € im zweiten Jahr. Je nachdem wie schnell (und ob überhaupt) der Kundenkreis wachsen wird.

Zum Thema Bootstrapping: was wir momentan machen, ist ja sowas wie Bootstraping? Wir opfern unsere freie Zeit (und damit den schönen Sommer), um von der Vision, über einen Prototypen, bis hin zum Endprodukt zu gelangen.

Und bei einigen Ideen- und Business Plan Wettbewerben sind wir auch schon angemeldet. :wink:

shipmark33
Beiträge: 1
Registriert: 02.10.2014, 06:28

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von shipmark33 » 02.10.2014, 06:36

The first cost should not all be too high since. Mainly so that the freelancer designer and other services are paid. Figures from the first post were just initial thoughts. According to the latest estimate, the investment cost should be about 350k € for the first year and then about 250k € in the second year. Depending on how fast (and if ever) will grow the customer base.

webby93
Beiträge: 4
Registriert: 07.01.2015, 16:08
Wohnort: Lippstadt

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von webby93 » 07.01.2015, 16:28

Den Steuerberater hast du vergessen den wirst du mit Sicherheit brauchen...

frank47
Beiträge: 6
Registriert: 30.11.2015, 23:28

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von frank47 » 01.06.2016, 19:44

Du solltest auch daran denken in ein CRM-System zu investieren, damit du die Nachfrage in Spe auch managen kannst. Wir nutzen infra-struktur und haben damit gute Erfahrungen gemacht (http://www.infra-struktur.de/) Mit einem Blick auf die Startseite hat man da alles im Blick: Mails, Anrufe, Aufgabe und Termine. Es gibt auch APIs zu Buchhaltungsprogrammen oder ERP-Systemen.

GreenStartUp
Beiträge: 11
Registriert: 30.09.2016, 14:22

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von GreenStartUp » 30.09.2016, 14:40

Hallo Frank,
ich finde es ja gut, dass du den Lohn so gering wie möglich einschätzen möchtest, nur muss man andererseits auch bedenken, dass man irgendwie überleben muss :wink: hinzukommt, dass immer wieder auch unvorhersehbare Kosten auf einen zukommen für welche man ebenfalls Rücklagen haben sollte.

Auch wenn man die Kosten so gering wie möglich halten will - siehe Bootstrapping - muss man realistisch sein. ISt man wirklich bereit für so wenig Geld so viel zu arbeiten? und wenn ja, wie lange ist man dazu bereit? Findet man Mitarbeiter die das genauso sehen wie ihr/Du?

Ich stimme einem Vorredner zu, ihr solltet auf jeden Fall eine ausführliche Exceltabelle dazu anlegen, hat uns auch sehr geholfen !
Viel Erfolg weiterhin !

uvis-beratung
Beiträge: 631
Registriert: 25.10.2011, 10:23

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von uvis-beratung » 02.10.2016, 11:39

@pandam ...

... bootstrapping!!! .. Naja, die Erfahrungen besagen, bei vielen kritischen Firmenentwicklungen, dass der zu schwache Atem dazu geführt hat, dass in den entscheidenden Momenten keine Knete verfügbar war und über Banken nicht (re-)finanziert werden konnte. Das Aus kam zwangsläufig. Wer also offenen Augens derartige Risiken eingehen will bitte. Ich plädiere eher für die vielen Checklisten um einfach das Risiko, welches sich ohnehin nicht ausräumen lässt, weitgehend zu minimieren. Ein Grund mehr für die Buchtipps in der dritten Auflage:

Existenzgründung - Fakten & Grundsätzliches - 3. Auflage - ISBN 978-3-938684-18-4 und
Existenzgründung - Businessplan & Chancen - 3. Auflage - ISBN 978-3-93868433-7

Inhaltsverzeichnisse und Buchkritiken von Medien und Institutionen unter www.uvis-verlag.de/uv5100.htm

MfG Jürgen Arnold - Autor
- www.uvis.de -

Euro
Beiträge: 5
Registriert: 18.02.2017, 00:17

Re: Start-up: erste Kosten einschätzen?

Beitrag von Euro » 20.02.2017, 11:51

Hallo,
stellt euch mal die Frage für wen Ihr die Kosten einschätzt. Macht Ihr einen Businessplan um Förderungen zu bekommen. Wollt Ihr damit Pitchen oder sonst wie einen Investor an Board holen ? Wenn Ihr aus eigener Kraft starten wollt empfehle ich generell erst einmal den Ball flach zu halten.
Wieviel investiert Ihr in euer Produkt ?
Berechnet euren eigenen Aufwand/ Arbeitszeit.
Das Marketing macht einen großen Teil der Start-Kosten aus. Wenn euch keiner kennt braucht ihr auch keine Angestellten.
Rechtsform nicht vergessen, niemals als GbR oder alleine mit Vollhaftung starten.
Dann gibt es heute immer mehr Möglichkeiten mit dem Home-Office ohne eigenes Büro Arbeiten. Kollaborations Software kann das eigene Büro solange Ersetzen bis Ihr repräsentative Räume für größere Kunden braucht.
Die laufenden Kosten erst einmal so niedrig wie möglich halten. keine langfristigen Verträge eingehen. Wenn Ihr selbst das stemmt und z.B. mit der OpenSource Software Odoo in der Zusammenarbeit digitale Wertschöpfung schafft ist die Estnische OÜ die beste Rechtsform in der EU. Das werden auf thesaurierte Gewinne als einziges EU Land keine Steuern gezahlt.

Gruß aus Tallinn

Antworten

Zurück zu „Web-Start-ups & Online Gründungen“